Informationsflut

Informationen, so wichtig sie sind, bekommen in unserer Gesellschaft Übergewicht. Glaubt man der Werbung, trauen sich junge Berufstätige ohne Ihren Laptop nicht mehr aus dem Haus, weil sie sonst fürchten müssen, dass ihre Aktien abstürzen, die Bank eine falsche Überweisung tätigt, und der Lieblingsverein in die zweite Liga absteigt, ohne dass sie es mitbekommen. Die größte Angst aber, die zum Kauf unzähliger Organiser und Handys mit Internetanschluss führt, ist die, etwas ganz Wichtiges zu verpassen. `"Tut mir leid, ich hab das einfach nicht mitgekriegt", diese Ausrede gilt nicht mehr im Informationszeitalter, wenn man mithalten will. Dabei werden wir Tag für Tag mit unwichtigsten Informationen überfüttert, die aber scheinbar wichtig daher kommen.

Unser Gehirn macht angesichts eines solchen Informationsdrucks das, was jeder Arbeitsspeicher eines Computers bei Überlastung tut, es schaltet ab. Die daraus resultierenden Gedächtnisprobleme werden dann nicht selten als bedrohlich erlebt, als Versagen.

Tatsächlich aber ist dies ein wertvoller Schutzmechanismus.

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Die Folge einer ständigen ungebremsten Überfütterung mit Informationen wäre nämlich der Zusammenbruch unserer wichtigsten geistigen Fähigkeit überhaupt, des Denkens!

Denken ist die Fähigkeit in den Dingen das jeweils Wesentliche zu erkennen und hieraus Entwürfe für mögliche sinnvolle Handlungen zu entwickeln.

Die Tätigkeit des Denkens erfordert eine gewisse Zeit. Diese bekommt das Gehirn, indem es die Informationsaufnahme vorübergehend drosselt, um sich mit bestimmten Inhalten genauer zu beschäftigen.

Informationen können als Wissensbruchstücke, die wir von der Außenwelt übernehmen, wichtige Anregungen für unser Denken und Handeln sein. Wenn sie aber Überhand nehmen werden wir zum geistigen Fließbandarbeiter, der nur noch mechanisch die viel zu schnell heran rollenden Produkte weg sortiert und zuletzt selbst das nicht mehr schafft.

Ein Konzept, mit der zunehmenden Informationsflut umzugehen, eine sinnvolle Auswahl von Informationen zu treffen, diese zu gliedern und sich selbst dann nur das Wichtige einzuprägen ist der Schlüssel zum Erfolg.

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Autor: S.Paulsen

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