Welchen praktischen Wert das Wissen über die verschiedenen Arten des Gedächtnisses hat,lässt sich anhand des Wissensgedächtnisses und des Handlungsgedächtnisses zeigen.

Wiederholte Handlungen z.B. das Starten eines Computerprogramms prägen sich sehr viel besser ein, als die bloße Beschreibung dieser Tätigkeit, z.B. durch eine schriftliche Anleitung. Diese Feststellung lässt sich auf viele Alltagsbereiche übertragen und führt zu der nützlichen Feststellung, dass es einprägsamer ist eine Idee oder einen Gedanken zumindest ansatzweise in die Tat umzusetzen, als sie nur zu denken. Die simpelste Methode einen Gedanken und eine Handlung zu verbinden, ist das bloße Aufschreiben. Denn Schreiben ist bereits eine Handlung. Wirksamer kann es sein einen Gedanken bereits im Ansatz durchzuführen.

Das Vorhaben, den Schreibtisch aufzuräumen kann sich durch das Sortieren einiger weniger Papiere besser einprägen, als durch das bloße daran denken.

Die Überlegung eines Verkäufers eine bestimmte Kundenkreis auf das „neue Produkt“ anzusprechen, kann beim sofortigen Anrufen eines dieser Kunden an Gestalt gewinnen und sich dabei besser einprägen, als der bloße Gedanke, dies tun zu wollen.

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Unterstützend wirkt hier auch eine andere Eigenschaft unseres Gehirns, die aus der Gestaltpsychologie bekannt ist.

Dinge die einmal begonnen wurden, wollen vollendet werden. Das Gehirn drängt von sich aus auf Vervollständigung einer unvollständigen Handlung. Dies kann jeder im Alltag an eigenen Beispielen nachvollziehen.

Wer bereits den Rasenmäher aus der Garage geholt hat oder vielleicht schon eine Bahn gemäht hat, den stört der ungemähte Rasen sehr viel mehr, als denjenigen der bloß mal daran gedacht hat, den Rasen zu mähen. Die Unzufriedenheit resultiert dann nicht so sehr aus der Länge des Grases, als vielmehr aus der Tatsache, daß der Rasen unfertig ist. Die Gestalt ist unvollständig.

Das aktive Einsetzen solcher Gedächtnisstrategien kann geübt werden. Wichtiger ist jedoch das Verstehen der psychologischen Mechanismen, da zu wenig verstandene Strategien auf einem oberflächlich-technischen Niveau bleiben und nicht wirklich verinnerlicht werden. Es entsteht keine Identifikation und die Motivation diese Methode einzusetzen bleibt gering.

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Autor: S.Paulsen

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